#47 Waldpilze

#47 Waldpilze

2 Kommentare auf “#47 Waldpilze

  1. Lieber Kai,

    über deinen Brief an den Einkaufszettelschreiber musste ich schmunzeln. Viele Dinge die du hinterfragst, erschließen sich auch mir nicht gänzlich. Am wenigsten komme ich allerdings mit den Waldpilzen klar. Hier werden keine Stadt-, Land- oder Flusspilze gebraucht, sondern ganz unmissverständlich Waldpilze. Weder der edle Steinpilz, noch der schmackhafte Pfifferling (den ich beispielsweise sehr gerne mag), finden Anerkennung – nein, Pilze aus dem Wald sollen im Einkaufswagen landen. Und da sich so ein Einkaufswagen im Gehölz schlecht schieben lässt, empfehle ich Gummistiefel, Messer und Weidenkorb. Aber bitte nicht mit Wildbrett heimkehren…

    Waidmanns Heil

    Wotan

    PS: Falls jemand Lust hat sich „offiziell“ über die Waldpilze Gedanken zu machen, der findet besagten Zettel im Raum 8 bei den Philosophen. So wie Renate G. die einzelnen Einkaufszettel am Bildschirm sichtet und ihre Fantasie dabei auf Reisen geht, konnte auch ich der Versuchung auf Entdeckungstour zu gehen nicht widerstehen…

  2. Liebe/r Einkaufszettelschreiber/in,

    nicht Tomaten und Champions möchtest Du kaufen. Auch nicht 500g Tomaten und 250g Champions. Tomaten und 1x Champions sollen es sein. Warum nicht auch 1x Tomaten? Scheinbar denkst Du nicht mehr in veralteten Maßen, sondern in der neuen universellen Einheit „Packung“.
    10x Birnen 1kg und 3x 2,5kg. Damit hast Du 17,5kg Birnen verteilt auf 13 Packungen. Ich vermute, die 1kg-Packung war im Angebot und Du warst deshalb verführt, diese zu kaufen, auch wenn Du eigentlich die Birnen der 2,5kg-Packung lieber magst. Vielleicht magst Du sie jedoch erst inzwischen lieber, mochtest also ursprünglich die Birnensorte der 1kg-Packung lieber, gewöhntest Dich aber mit der Zeit so an sie (die Birnensorte der 2,5kg-Packung), dass Du sie nicht mehr missen mochtest. Der Grund dieser Geschmacksumpolung ist augenscheinlich: Die Birnensorte der 2,5kg-Packung ist einfach aufs Gewicht bezogen billiger, ein Umstand, der sowohl auf ihren erhöhten Wassergehalt zurückzufügen, als auch für Dich als Käufer und Konsument (zwei sehr verschiedene Wortbedeutungen, obwohl oft synonym gebraucht) von größter Bedeutung ist, denn eines möchtest Du Dir bei allem Birnenkonsum nicht vorwerfen lassen: dass Du nicht sparsam seiest. Denn das bist Du schließlich. Wirklich.
    Möchtest Du die nun gekauften, ungewohnt geschmacksintensiven Birnen in die Vaccum beutel Groß/klein machen? Eingekocht, eingefroren, zu Mus verarbeitet? Oder mit 2:1-Gelierzucker zu Marmelade verarbeitet? Danach kannst Du Dir in jedem Fall mit Deinen Papierhandtüchern Löwenhof die Hände abwischen. Die konservierten Birnenendprodukte wirst Du mit selbstklebenden Etiketten versehen haben, ordentlich beschriftet, denn (anders, als Dein Einkaufszettel vermuten lässt) Du hast eine sehr ordentliche Schrift, wenn Du Dir mühe gibst. Sie wurde schon früher in der Schule gelobt, worauf Du sehr stolz warst. Diese Zeit ist allerdings schon eine ganze Weile her; heute fällt es Dir schwer, auf etwas stolz zu sein, da Dich niemand mehr lobt. Umgekehrt bist Du es, der/die die Enkel für die durchweg besseren Zeugnisse lobt, als es Deine früher waren. Ab und zu steckst Du ihnen auch mal ein Scheinchen zu und wirst das komische Gefühl dabei nicht los. „Verwöhnte Bälger“, denkst Du und weißt nicht, warum und wen Du meinst. Denn auch Du bestehst – ja, das lässt sich durchaus so drastisch sagen – auf deine Papierhandtücher Löwenhof.

    Bitte schreib mir doch zurück! Vielleicht können wir uns mal auf einen Tee treffen? Einiges kann ich auf Deinem Zettel nicht lesen. Nicht, dass das schlimm wäre, Du solltest mal meine Handschrift lesen. Obwohl ich mir Mühe gab: In der Schule wurde sie nie gelobt.

    Viele liebe Grüße

    Kai

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